Im Interview: Déborah Rosenkranz
Déborah Rosenkranz steht kurz vor ihrem internationalen Durchbruch, arbeitet an ihrem Album und verbuchte schon einige prominente TV-Auftritte. Trotzallem ist sie auf dem Boden geblieben und konzentrierte sich mehr denn je auf ihr Handwerk, nämlich auf das Singen. Dass sie dabei auch noch hübsch anzusehen ist, sorgt für das Sahnehäubchen bei ihren Liveauftritten.
Geprägt von sinnträchtigen Texten über das Leben, Glaube und Hoffnung zeigt Déborah, dass Pop nicht immer das Cliché bedienen muss. Dass sie also eine Ausnahme ist, merkt man aber auch an ihrem stimmlichen Talent, mit dem sie die Konkurrenz weit hinter sich lässt. Ladies & Gentleman, fast live und exklusiv bei Justaloud: Déborah Rosenkranz:
Déborah Rosenkranz: Oh, ganz ehrlich? Ich hatte mal einen Auftritt im Gefängnis. Schon allein das ist ja nicht grad gewöhnlich. Aber ich bin von einem Fettnäpfchen ins Nächste gestolpert. Erst sagte ich: „Steht doch mal alle auf, ihr seid lang genug gesessen.“ Und dann noch: „Fühlt euch alle frei“…aber genau das war es, was dann den ganzen Abend aufgelockert hat – und die Stimmung war phänomenal.
Justaloud: Wie läuft eine Probe bei dir ab?
Déborah Rosenkranz: Das Schlimmste ist wohl, einen Termin zu finden. Die meisten Musiker werden mir das bestätigen. Das ist jedoch das Schöne, ich stehe immer noch mit meinen Brüdern auf der Bühne! Die ältesten Beiden haben ihre Instrumente studiert, der Jüngere begleitet mich bei einigen Songs, wobei er selber als Hip Hopper auf Tournee ist. Auch meine anderen Musiker kenne ich schon lange, somit haben wir sehr viel Spass miteinander und eine Probe gleicht einer Comedy Show. Ausserdem stopfen wir uns immer mit Süssigkeiten voll…statt Noten findet man auf dem Keyboard Gummibärchen…
Justaloud: Wer schreibt die Songs?
Déborah Rosenkranz: Das ist sehr unterschiedlich. Die Band entstand durch einen Zufall. Ein Musiker gab mir mal einen Song, der „Mercy Seat“ heisst, er meinte, der würde gut zu meiner Stimme passen. Ich lernte ihn also und als er sich an meinem 17. Geburtstag ans Klavier setzte und den Song spielte, stellte ich mich daneben und sang. Es war in einer grossen Halle mit Bühne. Meine Brüder sprangen auf die Bühne und es passte einfach! Das war DER Moment, die Gründung der Band „Mercy Seat“.
Anfangs haben wir Songs gecovert. Doch als ich dann immer öfter nachts wach wurde, mit Melodien und Texten, die mir im Kopf umherschwirrten, habe ich gedacht, so jetzt muss was Eigenes her. Ich verarbeite sehr gerne eigene Erlebnisse in Liedern, um Menschen dadurch weiterzuhelfen. Sehr gerne schreibe ich auch themenbezogene Songs. So wie zum Beispiel damals zum Tsunami.
Auf dem Album, das nächstes Jahr erscheint, werde ich auch mitwirken und auch mein
Justaloud: Wie würdest du deine Musik beschreiben?
Déborah Rosenkranz: Ich schweige – kaufen, kaufen, kaufen!
Nein, Scherz. Es ist eine Mischung aus poppigen, rockigen Rhythmen, vermischt mit ein wenig Soul, viel Power und Echtheit.
Justaloud: Arbeitest du mit Köpfchen oder mit Intuition?
Déborah Rosenkranz: Nur mit meinem Köpfchen erkenne ich, ob meine Intuition die Richtige sein kann…
Justaloud: Wie bereitest du dich auf einen Auftritt vor?
Déborah Rosenkranz: Meistens dusche ich vorher…
Justaloud: Wie wichtig ist aussehen im Musikbiz?
Déborah Rosenkranz: Oh, wie kann man solch ein in zwei Sätzen besprechen? Das Wort „Show“biz sagt doch schon alles aus. Es wird erwartet, dass man sehr gut aussieht, das wissen wir alle. Und viele quälen sich an dieses Ziel. Doch was hinter dieser Fassade steckt, das interessiert doch kaum einen. Wie unglücklich viele wunderschöne Menschen doch innerlich sind. Ich habe in meiner Jugend heftige Erlebnisse mit diesem Thema gemacht, da ich selbst erst lernen musste, dass es um mehr geht, als um das Aussehen. Das war jedoch vor meiner Karriere. Heute bin ich froh um diese Erfahrung, weil ich weiss, dass ich da nie mehr hin zurück möchte, weil es um mehr geht im Leben. Es wird im Musikbiz viel verlangt, natürlich auch ein super Aussehen – ABER, was viele ignorieren, ist das das nicht bedeutet, dass man Magersüchtig sein muss. Ich habe damals dank einer liebenden Familie den Weg zurück ins Leben gefunden – und das meine ich echt so – ihre Gebete und Liebe haben mich da raus geholt.
Justaloud: Erfahrungen mit der Musikindustrie? Label? Erfolge / Misserfolge / Tips
für andere Künstler
Déborah Rosenkranz: Ja gut, „entdeckt“ worden bin ich nach einem Auftritt in Wien. Dort wollte man mich sofort unter Vertrag nehmen. Aus einem Gefühl heraus habe ich das immer wieder hinausgezögert, obwohl ich schon lange die erste Single unter diesem Management aufgenommen hatte. Es war ein sehr verlockender und vielversprechender Vertrag, doch es fehlte mir die Überzeugung. Eigentlich komisch, so kurz vor dem Ziel. Doch ich merkte, wie ich immer mehr eine Marionette in den Händen des Managements wurde und die wahre Déborah nichts EIGENES mehr sagen, noch sein durfte – wobei genau dies, die Echtheit und Ehrlichkeit auf der Bühne meine Stärke war. So sprang ich während einer TV-Aufzeichnung, 3 Tage vor der Single Release. Statt meinen Song im TV vorzustellen, durfte ich dann berichten, wie wichtig es ist, sich selbst nicht zu verstellen, sich treu zu bleiben – auch wenn das grosse Geld lockt. Und zum Abschluss sang ich einen Gospel!
Grundsätzlich gilt: Bleibe dir treu und erkenne, wie wertvoll du als Mensch bist! So wirst du dich von anderen Menschen, die vielleicht mehr Macht haben, dennoch unglücklich – nicht manipuliert werden!
Justaloud: Deinen ersten Plattendeal hast Du abgelehnt. Wieso? Jeder Newcomer träumt
doch davon?
Déborah Rosenkranz: s.o…
Justaloud: Du warst öfters und regelmäßig im großen deutschen TV zu sehen. Das
ist für eine Newcomerin nicht einfach. Wie hast Du das geschafft?
Déborah Rosenkranz: Gut, zuerst war die Story der „singenden Flugbegleiterinnen“ fürs TV sehr interessant. Dann ging es jedoch immer weiter und ich traf immer wieder die richtigen Leute, war öfter zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. So muss ich ehrlich sein und sagen: Es hat sich immer so ergeben.
Ich bin unheimlich dankbar dafür und auch überzeugt davon, dass es nicht alles Zufall war.
Wenn man sich und seinen Zielen treu bleibt, für das einsteht, was man glaubt, dann wird das belohnt und genau dies erlebe ich im Moment.
Jetzt sind die Kontakte und auch Freundschaften da und von meinem Karrieresprung wird weiter berichtet.
Justaloud: Du hast diesen Sommer Beyoncé Knowles und Justin Timberlake begleitet?
Was hast Du genau da gemacht?
Déborah Rosenkranz: Ich habe die Tourneen backstage begleitet, was für mich optimal war. In dem Moment war ich froh, dieses Mal noch keine Vorgruppe zu sein, da ich somit mehr Zeit hatte, die Künstler kennenzulernen. Auch wenn die Möglichkeit bestanden hat, als Vorgruppe aufzutreten, habe ich das erst mal auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Es war eine sehr gute, lehrreiche und lustige Zeit einfach so dabei zu sein. Justin ist ein sehr, sehr sympathischer, angenehmer Mensch. Timbaland und seinen Jungs musste ich ausführlich die Story der singenden Flugbegleiterin erzählen und durfte nichts auslassen. Wir haben auch jetzt noch Kontakt. Die Familie von Beyoncé ist eine sehr besondere Familie und ihre Mutter genauso shopping süchtig wie ich…
Justaloud: Dürfen wir Dich bald auf Tournee oder als Supporting-Act eines
internationalen Stars stehen?
Déborah Rosenkranz: Das ist alles im Gespräch und ich warte nur noch den idealen Zeitpunkt (mein Album…) ab.
Justaloud: Du arbeitest derzeit am Album. Kannst Du schon was zum Inhalt verraten
und wie heisst es?
Déborah Rosenkranz: Auch wenn es mir sehr schwer fällt zu schweigen…diesmal werde ich es tun ;=)!
Justaloud: Du warst ein Jahr in Australien bei Hillsong. Was ist Hillsong genau und
was hast Du studiert?
Déborah Rosenkranz: Hillsong ist eine sehr berühmte Kirchengemeinschaft in Australien, die gerade wegen ihrer modernen, rockigen Musik bekannt ist. Sie haben tausende von Mitgliedern und bringen jedes Jahr mehrere Alben raus, die in Australien und Amerika in den Charts landen.
Genau da studierte ich ein Jahr lang Musik – was mein Leben in jeder Hinsicht umgekrempelt hat!
Justaloud: Wie zu lesen ist, bist Du nebst der “normalen” Welt auch sehr stark in
der christlichen Welt zu Hause. Wie vertragen sich beide Welten miteinander?
Ergeben sich vielleicht sogar neue Möglichkeiten bzw. Synergien?
Déborah Rosenkranz: Wenn man weit zurück blickt, dann findet die Musik ihren Urspung in der Kirche. Ich bin zwar schon von klein auf christlich erzogen worden, habe das aber nicht immer so gelebt und weiss deswegen heute um so mehr, dass ich dieses wunderbare Gefühl der Sicherheit im Leben nicht missen möchte! Und ich sehe überhaupt kein Problem darin, diese beiden Welten zu kombinieren – eigentlich ist es für mich eh eins und keine getrennte Sache. Hey, das bin ich - Déborah, gläubig und das ist eine richtig abgefahrene Sache! Gerade im Musikbusiness ist es für mich ein ungemeiner Halt, Stärke und Sicherheit, die mich vor Vielem bewahrt!
Justaloud: Ein Live-Album ist in Holland aufgenommen worden mit Dir. Kommt das auch
nach Deutschland?
Déborah Rosenkranz: Der Termin steht noch nicht fest, aber ja!!!
Justaloud: Du bist eine sehr hübsche und attraktive junge Frau. Hast Du es
einfacher dadurch im Musikbiz, als Männer?
Déborah Rosenkranz: Im Moment schon noch, mal sehen wie das in ein paar Jahren ist, wenn die ersten Falten auftauchen…im Alter sind ja bekanntlich Männer dann wieder attraktiver!
Justaloud: In Deiner Jugend hast Du viel durchgemacht. Alkoholkonsum und Partyzeiten, wie aber auch die Magersucht. Wie hast Du hier wieder
rausgefunden? Den heute geht es Dir gut oder?
Déborah Rosenkranz: Damals haben mich wirklich die Liebe und Gebete meiner Familie wieder zurück in das wahre Leben geholt! Und gerade das möchte ich durch meine Songs weitergeben – diese Hoffnung und Liebe, die man mir auch gegeben hat! Deswegen mache ich mich heut so gerne für Charity Geschichten stark, wie meine 2. Single, die für das Brustkrebshilfswerk „happy for life“ erschienen ist. Ausserdem unterstütze ich meinen Vater, der in Burkina Faso eine Schule gründet und Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt. Und mein persönliches Ziel ist in ein paar Jahren in Deutschland ein Heim für Essgestörte zu gründen…
Justaloud: Wo sehen wir dich in 2 Jahren?
Déborah Rosenkranz: Ich habe aufgehört zu Planen, da in meinem Leben immer alles überraschend anders kommt – so habe ich meine geheimen Ziele, lasse mich aber gerne weiter überraschen!
Justaloud: Was wünschst Du Dir für Deine musikalische Zukunft am meisten?
Déborah Rosenkranz: Das auch ich immer meiner Linie treu bleibe und meine Musik viele Herzen berührt und viele Leben zumindest ein kleines bisschen zum Guten verändert.
Das Special mit Déborah findet ihr hier