GEMA: Geliebt, gehasst, bei Justaloud kein Problem
Es gibt zwei Ansätze, wie eine Website, die sich der Präsentation und dem Verkauf von Musik gewidmet hat, mit dem Urheberrecht umgehen kann:
1. Mache deine Seite in den USA auf und wachse schnell. Bevor es jemand gemerkt hat, bist du so groß, dass du “spezielle Konditionen” bekommst. Das selbe passiert dir dann in Deutschland.
2. Mache deine Seite in Deutschland auf und kläre die rechtliche Sache lieber davor ab, denn sonst wird dir das Licht ausgemacht, bevor du groß genug bist.
Wir haben uns für den zweiten Weg entschieden, da wir lieber von hinter dem Zaun zuschauen wollen, wenn die große Schlacht zwischen MySpace, YouTube und den großen Verwertungsgesellschaften, sowie den Musiklabels losbrennt.
Wir sind schon gespannt, was für konkrete Konditionen für uns dabei rausspringen werden. Denn der Grundsatz der GEMA lautet: Alle Lizenznehmer haben die gleichen Rechte und Pflichten. Sehr schön.
Vor ein paar Wochen waren wir also bei der GEMA in München. Nun erzählt man sich ja Horrorgeschichten über Abmahnungen und Durchsuchungen. Entsprechend waren wir ziemlich gespannt, was uns erwarten würde. Nach einem freundlichen Empfang durften wir mit zwei sehr gut informierten und kompetenten Mitarbeitern der GEMA unsere Fragen zu den entsprechenden Verträgen durchgehen. Wir konnten in einigen Bereichen unsere Standpunkte durchsetzen. So ist es mit Justaloud schlichtweg unmöglich “angemessen zeitlich vor der Benutzung der Werke” die GEMA darüber in Kenntnis zusetzen. Außerdem durften wir in einen speziellen Vertrag zur Förderung von Newcomern einsteigen. Dieser ermöglicht allen Künstlern, die weniger als 1.500€ im Jahr durch die GEMA verdienen, ihre Songs bei Justaloud zu präsentieren, ohne sie verkaufen zu müssen. Ja das gibt es auch. Nicht jeder will seine Songs im Internet verkaufen, sondern den Leuten nur eine Möglichkeit bieten, diese anhören zu können.Sind diese Songs bei der GEMA gemeldet, zahlt der Betreiber der Plattform dafür (und zwar nicht schlecht…). Jetzt kommen wir auch zum Punkt, an dem es im Bezug auf MySpace & Co spannend wird. Ich hab noch nicht nachgezählt, aber da wird doch der ein oder andere Song zu finden sein, dessen Urheber ein bisschen mehr als 1.500€ im Jahr einschiebt. Oder nicht?
Wie sehen wir die GEMA? Grundsätzlich: Wer schon einmal einen Song komponiert hat, der weiß, dass das große Arbeit ist und wenn er erfolgreich sein soll, ist es ein Geniestreich obendrein. Deswegen glauben wir, dass gute Kompositionen (denn nur darum geht es bei der GEMA) auch nicht kostenlos verwendet werden sollten.
Allerdings kann es nicht sein, dass man für die Präsentation (nicht Verkauf!) von Werken in gekürzter Fassung und in herabgesetzter Qualität horrende Summen hinblättern muss, die in keinem Verhältnis zu den Einnahmen stehen. Das ist nicht sehr zeitgemäß und stammt wohl aus einem Reflex, um zu verhindern, dass manche Websites Musik komplett gratis anbieten wollen. Außerdem hätten wir uns sehr gefreut, wenn wir bei GEMA-Künstlern nicht in Vorleistung gehen müssten, was Verkäufe zu Preisen unterhalb des GEMA-Mindestsatzes betrifft.
Alles in allem sind wir aber zufrieden und froh, dass wir einen freundlichen Kontakt zur GEMA gefunden haben und das wir unseren Künstlern verkünden dürfen:
GEMA + Justaloud = kein Problem
10.12.07 (17:48)
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